Der Narzisst in uns

Der Narzisst: ein in Unsicherheit lebender, nach Anerkennung suchender Mensch. Konsum und Ablenkung nach dem Lustprinzip verschaffen ihm kurzfristige Befriedigung.

Wie in meinem vorigen Artikel (Bildungsangst) liegt der Ursprung in einem frühem Beziehungsdefizit. Der Narzisst wehrt sich regelrecht gegen tiefere Bindungen, ausgelöst durch den frühen Liebesmangel in der Kindheit und/oder im Jugendalter. Der einzige Ausweg erscheint dem Narzissten in der selbstbezogenen Eigenliebe.
Abzugrenzen ist hierbei die natürliche, gesunde Selbstliebe: sie ist Grundlage für ein ausgeglichenes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen. Ergebnis einer ausgeglichenen, ehrlichen, authentischen Eltern-Kind-Beziehung. Die Verbundenheit mit anderen Menschen „erlernt“ das Kind in dieser frühen Phase und wendet das Erlernte auf alle späteren Beziehungen an.

Der krankhafte Narzissmuss teilt sich in zwei Extreme:

  • Größenselbst
  • Größenklein

Das „Ich“, der innerste Charakter strebt stets nach Bestätigung und Verbundenheit zur äußeren Welt. Im Größenselbst macht sich der Charakter größer als er ist. Er „dichtet“ sich Eigenschaften hinzu, die ihm als wertvoll erscheinen.
Im Größenklein macht sich der Mensch kleiner als er ist. Vorhandene Stärken werden missachtet und verleugnet. Die Schwäche wird zum Aushängeschild.

Echte Erfüllung fehlt bei beiden Ausprägungen. Unruhe, Unsicherheit, Unglück, fehlende Eingebundenheit. Der narzisstische Mensch leidet am Gefühl, wenig wert zu sein:

  • nicht gut genug
  • nicht liebenswert
  • das schaffe ich nicht
  • bin nicht schön genug
  • ich bin allein

Der Perfektionismus dieser Menschen verhindert jede Sättigung, jedes positive Signal ans eigene Selbst. Nie genügt man seinen eigenen Erwartungen und Vorstellungen. Stattdessen wächst die soziale Angst.

Nicht nur der Narzisst leidet. Auch sein Umfeld. Da es ihm an Emphatie mangelt, bleiben andere Außen vor. Er achtet nur auf sich. Aufmerksamkeit für andere kann er nicht zeigen. Somit leiden auch Partner und Freunde, die keinen echten Zugang zu ihm finden. Auch sie fühlen sich allein mit ihm.

Der Narzisst ordnet die Welt in zwei Kategorien: Nützlich und Unnützlich. Auch Beziehungen unterliegen diesem Wertekanon. Nur nützliche Menschen werden positiv wahrgenommen. Unnütze Personen sind schlecht und werden dementsprechend auch schlecht gemacht oder gemieden.

Dafür sind Narzissten oft erstaunlich erfolgreiche Menschen in kapitalistischer Hinsicht: Sie streben nach Anerkennung, Erfolg, Macht, Geld, Status. Eine moderne hyper-kapitalistische Gesellschaft wäre ohne den pathologischen Narzissmuss kaum vorstellbar. Dieses Streben ist den Kindern meist in die Wiege gelegt. Da sie von den Eltern keine Anerkennung erwarten dürfen, gieren sie nach Anerkennung in anderen Bereichen: Schule, Sport, Ausbildung, Hobbys und andere Leidenschaften.
Man denke an die vielen „Instagram-Models“, die ihr Leben durchgehend veröffentlichen: ein gewisser Narzissmuss gehört wohl dazu. Vielleicht ist sogar der Autor dieser Zeilen betroffen. Er wird es kritisch beobachten 😉

Da das kranke Selbst nie befriedigt werden kann, sucht der Narzisst auch nach stofflicher Kompensation: Drogen, Alkohol, schneller Sex. Alles ist gut, solange es nur ablenkt von der eigenen Seele.
Die Werbeindustrie liebt den narzistischen Kunden. Marken und emotionale Botschaften, die den Menschen aufwerten, braucht der Narzisst wie der verdurstende das Wasser. Nicht verwunderlich ist dann, dass er oft über seine Verhältnisse lebt und Schulden anhäuft.

Der Gipfel des Narzissmuss ist wohl in der Elternschaft begründet. Das Kind als Mittel zur Selbstaufwertung geht am eigentlichen Sinn weit vorbei. Diese Eltern erfreuen sich einzig an ihrer Aufgabe und der Selbstaufwertung dadurch. Sie könnten sich auch ein Haustier halten, dass sie braucht. Der Effekt wäre der gleiche.
Doch letztlich fehlt eine gute Vater- und/oder Mutterfigur. Das Kind ist allein und muss selbst sehen, wo es bleibt und wo es seine Selbstbestätigung bekommt. Wenn der Vater gänzlich fehlt, ist eine extreme Bindung an die Mutter zu beobachten: mit einhergehender großem Anspruch, von der Mutter auch über das Jugendalter hinaus versorgt zu werden.
Geht es dem Vater nur um Leistung oder fehlt die Mutter, ist das Kind nie gut genug. Es strebt nach immer mehr Höchstleistung, spürt aber selten bis nie echte Befriedigung.

Gute Elternschaft bedeutet: Freiheit des Kindes

Der Größenselbst-Narzisst ist dominant geprägt und möchte siegen. Er strebt nach Selbstdarstellung und einem Untergebenen. Wenn er diesen in der Beziehung gefunden hat, bleibt dem anderen nur die unterwürfige Rolle. Er ist der König im Hause. Er braucht keine Kritik oder Belehrung. Und so verkümmern zwei Menschen in gemeinsamer Einsamkeit — oder sie bekämpfen sich bis zur Aufgabe.
Doch gerade dieses Leid benötigt der Narzisst. Es ist sein alltägliches Gerüst, das ihm Halt gibt. Er ahlt sich lieber in seine Unzufriedenheit und in seinem unperfekten Leben, als dass er, beispielsweise durch eine Therapie, Linderung erfährt. Leid lenkt ihn ab. Jede Verbesserung führt oftmals sogar zu einer Symptomverschiebung.

Besonders leider „unser Patient“ im Alter: wenn er verbittert, allein, seiner Leistungskraft und Schönheit beraubt, seinem gewünschten Selbstbildnis immer weniger entspricht. Selbstmord erscheint da manchen als einziger Ausweg.

Das Leiden wird auch körperlich:

  • Bluthochdruck
  • Muskelverspannung
  • schlechter Schlaf
  • Arteriosklerose
  • Übergewicht
  • Diabetes
  • Herzinfarkt
  • Schlaganfall
  • Allergien
  • Magen-Darm-Problematik

Sex und Narzissmuss
Der dominante Größenselbst-Narzisst strebt auch nach Macht im Bett. Es geht ihm um Leistung und Anerkennung. Echte partnerschaftliche Befriedigung und Liebe stehen bei ihm nicht im Vordergrund.
Der unterwürfige Größenklein-Narzisst möchte bedienen und lustvoll gehörig sein. Dadurch bekommt er seine Anerkennung. Sie ergänzen sich zumindest im Bett recht gut.
Echte Emphatie und Zärtlichkeit empfinden beide nicht.

Therapie
Die Einsicht steht am Anfang. Dann folgt ein langer Weg der Selbstreflektion und Erkenntnis. Dieser schonungslose Weg kann gemeinsam, selten auch alleine erfolgreich beschritten werden. Die Grundfeste des Narzissten wird eingerissen. Sein Selbstbild, sein „Standing“ in der Welt wird zerstört. Er muss sich neu erschaffen. Seine Gefühle, falls noch vorhanden, werden offen gelegt. Die Loslösung vom bisherigen erscheint notwendig. Alternative Lebensformen und Lebensorte können bei der Veränderungsarbeit helfen.

Die narzisstische Gesellschaft
Offen bleibt die Frage, ob der Narzissmus zur modernen Gesellschaft gehört?! Können wir erfolgreich durchs Leben gehen, ohne „ichbezogen“ auf unseren Vorteil zu achten und Emphatie und Aufmerksamkeit für andere Menschen zu vergessen? Die materiell erfolgreichsten Menschen zeichnen sich oft durch ein kaltes, fast schon psychopathisches Verhalten aus. Wollen wir das?! Und wohin steuern wir das Boot, mit unserem Narzissmuss. Was macht das aus unserer Weltordnung und unserem Planeten?

Last-Bondage-Jam, Berlin, Schwelle 7, 10.05.2016

So, das war es nun. Die letzte Bondage-Jam-Party in der Schwelle 7 ist Geschichte. Ein paar feuchte Augen mag es gegeben haben. Die zahlreichen Besucher und Unterstützer tauchten die „heiligen Räume“ noch einmal in eine Mischung aus andächtiger, melancholischer Stille und freudiger Erwartung auf das Kommende. Wo wird sich die Fessel-Gemeinschaft zukünftig treffen?!
Vielen Dank nochmals an Felix Ruckert, Micha Stella und alle Beteiligten für die vielen besonderen Momente.

Bindungsangst: Mama und Papa sind schuld!

Jaja, typisch… mal wieder sind die Eltern Schuld! Doch sehr oft ist es leider tatsächlich so. In der Kindheit wird die Grundlage für vieles gelegt: auch für spätere Beziehungen.

Mutter schenkt Urvertrauen
Die erste Beziehung eines Menschen ist naturgegeben die zur Mutter. Sie schenkt zumeist die erste liebevolle Berührung, gibt Schutz, tröstet und legt die Basis für einen selbstbewussten Charakter. Das Kind lernt zu vertrauen: Nicht nur der Mutter. Erst durch das Verhältnis zu ihr entwickelt sich ein Urvertrauen. Ohne diese Urvertrauen sind wir nicht in der Lage, echte emotionale Nähe zu anderen Menschen aufzubauen.
Bekommt das Kind zu wenig Zuwendung, kann es auch später keine Zuwendung erfahren und auch nur schwerlich an andere geben.
Mütter, die keine emphatischen, echten Gefühle an ihr Baby geben können, schaffen dies auch in späteren Kinderjahren in der Regel nicht. Das Entwicklungsdefizit setzt sich diesbezüglich also fort.
Gründe für das Verhalten dieser Mütter gibt es viele: eigene unemotionale Kindheit, stressiger Beruf, Krankheit, Probleme in der Partnerschaft, die sich dann auch auf die Beziehung zum Kind auswirken.
Selbstverständlich ist der Vater genauso wichtig. Ein aufgeschlossener, selbsicherer aber feinfühliger Vater, der ansprechbar, also oft anwesend ist, bietet eine wichtige Basis für die Entwicklung des kindlichen Urvertrauens und dessen Bindungsfähigkeit.

Schwierige Bindungen
Können die Eltern dies nicht bieten, ergibt sich nach Bartholomew eine von drei problematische Bindungen:

  • die anklammernde Bindung
  • die ängstlich-vermeidende Bindung
  • die gleichgültig-vermeidende Bindung


Nähe, Geborgenheit, Vertrauen in der sicheren Bindung
Nur im Zustand der sicheren Bindung, ist alles in bester Ordnung. Nähe, Geborgenheit, Vertrauen sind gegeben. Selbst wenn eine Beziehung schief läuft, ist das für sicher-gebundene Menschen kein Weltuntergang. Sie rappeln sich schnell wieder auf und können sich sofort oder zumindest recht bald wieder auf andere Menschen und Beziehungen einlassen.

Unsicheren Bindung
Bei der unsicheren Bindung hat der Betroffene das Gefühl, sich zu stark anpassen zu müssen. Die Nähe ist zu nah, die Verantwortung zu groß. Nähe und Distanz finden kein rechtes Maß. Die Beziehung endet häufig in der Flucht oder ist sogar schon zu Anfang davon geprägt.

Anklammernde Bindung
Die anklammernde Bindung ist davon geprägt, dass das Kind, der spätere Erwachsene eine Abhängigkeit entwickelt. Eine Abhängigkeit von der Mutter oder dem Vater. Sie wollen nicht verlassen werden und klammern daher extrem.

Ängstlich-vermeidende Bindung
Bei der ängstlich-vermeidende Bindung leidet das Kind an dem fehlenden Einfühlungsvermögen der Eltern oder eines Elternteils. Das Unvermögen, Liebe und Vertrauen zu geben, wirkt sich auf den späteren Erwachsenen negativ aus. Das Selbstwertgefühl leidet, das Kind fühlt sich unsicher. Beziehungen im Allgemeinen werden als problematisch und unsicher angesehen. Manchmal entwickelt sich daraus eine regelrechte soziale Phobie.

Gleichgültig-vermeidende Bindung
Bei der gleichgültig-vermeidende Bindung wird vor allem eine große Gleichgültigkeit wahrgenommen. Das Kind fühlt sich überflüssig und möchte Aufmerksamkeit. Es lernt, sich nicht auf die Mutter verlassen zu können. Das Kind entwickelt daher recht schnell eine frühe Selbstständigkeit. Diese Autonomie wird auf spätere Beziehungen übertragen. “Ich bin mir selbst genug, denn ich komme alleine zurecht, ich bin dir eh nicht so wichtig!” Diese Aussage formuliert die innere Haltung recht gut.
Die eigene Unabhängigkeit steht an erster Stelle. In Beziehungen wird nur wenig “investiert”. Diese Menschen, die gleichgültig-vermeidend geprägt sind, leben jedoch in der Regel ein recht stabiles Leben. Auch in ihrer Gefühlswelt gibt es keine größeren Ausschläge nach Unten. Sie haben sich gut eingerichtet mit ihrer Autonomie und können damit durchaus gut existieren: zumeist aber auch allein!

Narzissten, die einsamen Wölfe
Ein extremer Fall sind die Narzissten, die einsamen Wölfe. Nur sie allein sind wirklich wichtig, in ihren Augen. Sie streben nach Macht und wollen dominieren, natürlich auch in der Beziehung. Sie suchen ihren Vorteil, und gehen dafür über Leichen. Sie manipulieren und setzen unter Druck. Ihre Aggression leben sie nicht nur im Beruf aus, wo sie meist erfolgreich sind. Sie leben gerne ein Doppelleben und haben nicht selten mehr als eine Geliebte, einen Geliebten. Verschlossenheit ist ihr zweiter Vorname, denn Geheimnisse haben sie natürlich auch vor dem Partner.

Beziehungsphobiker fehlt Mitgefühl
Beziehungsphobiker stehen selbst nicht im Kontakt zu ihrer eigenen Gefühlswelt. Ihnen fehlt das Gefühl für sich und für andere Menschen. Sie verstehen nicht, wie sich der Partner fühlt. Vielleicht können sie es rational nachvollziehen, wenn es ihnen genau erklärt wird. Es zu spüren, durch Mitgefühl, ist ihnen schlicht unmöglich. Daher haben sie diesbezüglich auch kein schlechtes Gewissen. Wahrscheinlich zu recht: denn sie können ja nichts für ihre emotionale Veranlagung.
Oft können sie keine wirkliche Liebe empfinden. Liebe ist für sie ein abstraktes Wort. Mehr als tiefe Freundschaft kann der Partner von ihm nicht erwarten.

Andere Ursachen für Bindungsphobie
Es ist nicht immer das Verhalten der Eltern zum Kind, was spätere Probleme aufwirft. Es kann auch eine schädliche Beziehung der Eltern untereinander sein. Oder die Trennung der Eltern, die das Urvertrauen des Kindes stört oder zerstört. Oder man denke an schlechte Vorbilder. Der Vater, der als wenig vertrauenswürdiger Hallodri eher negativ auf das andere Geschlecht herabsieht, taugt wenig als Vorbild. Aber auch negativ verlaufende frühe Liebesbeziehungen können den jungen Erwachsenen oder Jugendlichen so prägen, das spätere Beziehungen schwierig werden. Enttäuschungen und Verletzungen lassen sich nicht immer vergessen. Massive Vertrauensbrüche setzen sich im Gefühlsleben fest.

Moderne Gesellschaft führt zu Bindungsangst
Kann es vielleicht auch unsere moderne Gesellschaft sein, die Beziehungsphobiker produziert? Schneller Sex über das Internet, Doppelbelastung für Frauen, stressiges Arbeitsleben, lange Anfahrtwege, Fernbeziehungen, hohe Scheidungsrate, viele Möglichkeiten, das eigene Leben zu gestalten.
Das Ergebnis daraus: Beständigkeit wird abgebaut, Autonomie wird zum Statussymbol!

Bindungsangst: Die Flucht vor der Liebe

Jeder Mensch benötigt den Kontakt zu anderen Menschen. Ohne Freundschaft und Liebe können wir dauerhaft nicht (glücklich) existieren.

Bloß keine Verantwortung, lieber keine Bindung
Wir wollen uns auf unseren Partner verlassen können und gemeinsam durch Dick und Dünn gehen. Zumindest wollen das die meisten. Allerdings gibt es da auch die Bindungsängstlichen unter uns. Sie haben starke Probleme damit, sich auf einen anderen Menschen zu verlassen und auch selbst Verantwortung zu übernehmen. Das Gefühl der Unfreiheit könne sie kaum ertragen.

“Ich habe Angst vor Nähe!”
Sie haben häufig Angst, verletzt und verlassen zu werden. Und diese Angst treibt sie aus der Beziehung: selbst, wenn diese Beziehung gerade harmonisch verläuft und eine Trennung gar nicht zu erwarten ist. Ihre Bindungsangst ist also auch eine Angst, wieder enttäuscht zu werden.

Probleme mit dem Selbstbewusstsein
Denn wenn es wirklich zur Trennung kommt, fragen sie sich:”War ich nicht schön genug, nicht intelligent genug, nicht unterhaltsam genug?” Sie suchen den Fehler bei sich und dadurch sinkt ihr Selbstbewusstsein. Dabei gehören zu einer Beziehung immer zwei Menschen. Die Trennung kann viele Gründe haben. Meist passen zwei Menschen einfach doch nicht so gut zusammen oder ihre Perspektive auf das Leben ändert sich.

„Abstand halten bitte!“
Und so halten Beziehungsängstliche immer einen gewissen Abstand zu ihrem Partner oder auch zu Freunden. Sie wollen sich nicht zu eng binden, da eine Trennung dadurch nicht so weh tut. Das gerade durch die aufgebaute Distanz, ein Scheitern der Beziehung wahrscheinlicher wird, nehmen sie in Kauf. In der Regel könne sie auch gar nicht aus ihrer Haut oder kenne gar kein anderes Verhalten.

“No woman, no cry!”
Bei einigen von ihnen geht es sogar so weit, dass sie Beziehungen gänzlich vermeiden. “No woman, no cry!” Dieser Titel eines Songs sagt dies sehr eindrücklich aus. Allein zu sein bedeutet für sie ein besseres Leben, als in einer unglücklichen Beziehung mit all seinen Begleiterscheinungen (Streit, Kränkungen, Trennung) zu stecken.

Single4ever
Es können durchaus glückliche Singe-Leben dabei entstehen. Doch viele leiden auch an der Einsamkeit, die ihnen dennoch als besseres Los erscheint. Sie wollen entweder für immer Single bleiben oder abwarten. Abwarten, bis der perfekte Partner vor ihnen steht. Doch was ist im Leben schon perfekt? Was heute perfekt erscheint, kann morgen schon wieder kritisiert werden.

Jäger, Narzissten und Maurer
Unter den Bindungsängstlichen finden sich auch die so genannten “Jäger”. Sie wollen vor allem erobern und sind darin sehr gut. Danach flacht ihr Interesse stark ab und ihr Antrieb, weiter an der Beziehung zu arbeiten, lässt stark nach. Auch in sexueller Hinsicht. Einmal “erlegt” reicht manchen von ihnen bereits aus. Sie “jagen” von einer Affäre in die nächste und hinterlassen in der Gefühlswelt ihrer “Beute” oftmals verbrannte Erde.

Auch Narzissten sind nicht selten Beziehungsängstliche. Sie suchen vor allem ihr eigenes Glück und lieben vor allem… sich selbst! Sie sind charmant, oft attraktiv und erfolgreich. Wie die “Jäger” sind sie in der Beziehungsanbahnung sehr gut. Sie wollen Spaß im Leben und schauen immer erst, wie es ihnen geht. Und so zweifeln sie gerne am Partner und bewerten ihn vor allem danach, welchen Vorteil er ihnen bringt. Wenn sie nicht genug aus der Beziehung herausziehen könne, demontieren sie Partner und Beziehung und sind erstmal wieder allein: mit sich und ihrem geliebten Spiegelbild.

Einige beziehungsängstliche Personen mauern sich regelrecht ein. Sie verstecken sich hinter Hobbys, ihrer Arbeit oder einfach nur hinter der Tageszeitung. Sie lieben vor allem die Distanz zu ihrem Partner. Ganz ohne ihn können und wollen sie auch nicht leben. Doch ihr Bedürfnis nach Nähe ist bei ihnen wesentlich geringer ausgeprägt. Sie suchen daher immer nach kleinen und großen Fluchtmöglichkeiten. Das kann auch Fluchten in Drogen, Alkohol und Affären bedeuten. Der Geist wird betäubt, damit man die Nähe zum Partner ertragen kann. Oder sie reagieren psychosomatisch: werden krank.

Gott hilf! Oder wenigstens mein Therapeut!
Wahrscheinlich muss man für diese beziehungsängstlichen Menschen sogar Verständnis haben. Sie haben sich ja in der Regel nicht ausgesucht, wie sie sind. Und bevor jemand leidet, Drogen nimmt oder krank wird, ist eine Trennung sicherlich vorzuziehen. Noch besser wäre aber professionelle Hilfe: eine Therapie zum Beispiel.

Egal wann… Hauptsache weg!
Die Flucht kann übrigens auch nach Jahren noch erfolgen. Entweder wird es ihnen bereits nach dem zweiten Date zu verbindlich oder sie merken erst nach Jahren der Ehe, dass sie für die Verantwortung und Verbindlichkeit nicht geschaffen sind. Sie haben es dann wenigstens versucht, sind aber dennoch an ihrer eigenen Veranlagung gescheitert.

Flucht aus dem Alltag
Wie bereits erwähnt, kann eine Flucht auch innerhalb der Beziehung stattfinden. Durch Arbeit, durch Hobbys oder durch eine Fernbeziehung. Eine solche kann für eine beziehungsängstliche Person perfekt sein. Erst wenn es darum geht, zusammen zu ziehen, zeigt sich ihr Distanzbedürfnis.

Distanz durch Kinder
Ja, auch Kinder können Distanz aufbauen zwischen einen Paar. Auf einmal bleibt keine Zeit mehr für gemeinsame Unternehmungen. Oder der Sex bleibt über Monate, manchmal auch gänzlich aus. Der eine Partner versucht wieder Nähe aufzubauen, der andere arbeitet lieber weiter an der Distanz. Und so ist das zeitaufwendige Hobby des Kindes auf einmal auch zu gern das Hobby des Vaters oder der Mutter.

Flucht durch Stille
Der Mann, der Zeitung liest und sich nicht ablenken möchte, ist das klassische Beispiel. Nicht immer liest er Zeitung, um sich zu informieren. Auch stundenlanges Spielen am Computer ist vielmehr als Flucht vor der Auseinandersetzung mit dem Partner zu verstehen. Hierbei sind Männer in der Regel extremer veranlagt. Frauen sind von Natur aus eher am sozialen Austausch interessiert. Männer können besser schweigen.

Angriff ist die beste Verteidigung
Diese etwas abgedroschene und provokative Aussage trifft auf beziehungsängstliche Menschen durchaus zu. Wenn sie sich eingeengt fühlen, reagieren sie aktiv oder passiv aggressiv. Meist durch ihr Verhalten, ihre Kommunikation, ihre Mimik, ihre Gefühlsäußerungen also. Manchmal aber auch aggressiv in Form körperlicher Gewalt. Wie ein Hund, der in die Ecke getrieben wurde, “beißen” sie um sich.
Oder sie stellen sich tot. Reagieren gar nicht mehr, als wären sie geistig gerade auf einem anderen Planeten. Der Partner kann sie nicht mehr erreichen.

Flucht vor dem Chef
Das Beziehungsängstliche auch oft im Freundeskreis und bei der Arbeit Probleme durch ihre Veranlagung bekommen, kann man sich denken. Sie reagieren nicht viel anders, wenn eine Freundschaft zu eng wird oder der Chef zu viel verlangt und die Verantwortung steigt. Sie flüchten oder gehen zum “Angriff” über. Also ähnlich wie in der Partnerschaft.

Hilfe für Betroffene
Wie fast immer, steht die Selbsterkenntnis am Anfang jeder Veränderung. Wer durch die Höhen und die Tiefen des Lebens gegangen ist, kann vielleicht irgendwann einschätzen, ob er das beschriebene Problem in sich trägt.
Doch auch der Partner benötigt nicht selten Hilfe. Denn Beziehungsängstliche sind nicht die leichtesten Charaktere und können viel kaputt machen. Für sich aber auch in Bezug auf den anderen “geliebten Menschen” neben ihnen.

Bondage-Shooting Berlin, mit Model Julia, 19.04.2016

Ich bin mit Julia, einer Artistin und Model aus der Ukraine, zum Bondage verabredet. Sie ist hier derzeit zu Besuch und möchte eventuell dauerhaft in Berlin bleiben.
Die Schwelle 7 ist heute in zauberhafte, fernöstliche Klänge getaucht. Für Julia ist das Spiel mit dem Seil komplett neu. Doch ihre Beweglichkeit und ihr künstlerischer Körperausdruck überzeugen sofort. Aber seht bitte selbst. Auf Youtube findet ihr das Video.

Motivation: das Leben engagiert angehen!

Es gibt Tage, da schleppt man sich zur Arbeit oder hat selbst in der Freizeit zu nichts Lust. Dabei sind Lebenslust und Motivation auch wichtig fürs Wohlbefinden und die Gesundheit.

Aber das Problem haben fast alle, zumindest zeitweise. Laut des Gallup-Instituts sind neun von 10 Arbeitnehmern regelmäßig unmotiviert. Und das ist dann auch ein Problem für die Arbeitgeber.
Für die fehlende Motivation wird dieser übrigens auch oft verantwortlich gemacht. Schlechtes Betriebsklima, langweilige oder überfordernde Aufgaben, nervige Vorgesetzte dämpfen das Engagement.

Widerwillen gegen Anweisungen
Schon Kinder lernen, auf Anweisungen zu reagieren. Das Kinderzimmer aufräumen ist beispielsweise ebenfalls ein Akt der Motivation.
Arbeitnehmer, die vom Chef unliebsame Aufgaben übertragen bekommen, reagieren oft nicht anders. Sie schieben Aufgaben vor sich her oder erledigen ihren Job nur nach Vorschrift. Aber nicht mehr. Ihnen fehlt einfach das Herzblut für die ungeliebte Aufgabe.

Fehlende Macht! Ohnmächtig!
Jeder, der Aufgaben in einem Abhängigkeitsverhältnis erledigt, fühlt die fehlende Eigenmacht. Die Aufgabe wird von Außen übertragen. Und das dämpft die Eigenmotivation.

Rache ist süß
Fehlende Motivation und damit schlechte Arbeit, sind oft auch eine Art Rache. Es ist manchmal die einzige Möglichkeit, den Unmut über eine Aufgabe zu zeigen. Und so macht man etwas schlecht, wenn man schon dazu gezwungen wird. Letztlich schadet man sich selbst damit.

Pessimismus senkt Motivation
Wer immer nur negativ ans Leben und die Aufgaben herangeht, wird sich schwerlich zu Höchstleistungen anspornen können. Schon vor der Aufgabe haben viele ein schlechtes Gefühl bezüglich des Ausgangs, des Ergebnisses. Und dann wird unser Denken, unsere Einstellung, zur Realität.

Aktiv an die Aufgabe
Dabei kann besonders gute Leistung unsere Motivation insgesamt steigern. Wir wissen, zu was wir fähig sind und wollen dies auch beim nächsten Mal bestätigen. Gut ist es auch, wenn wir das gewünschte, optimale Ergebnisse vor unserem geistigen Auge visualisieren. Mit diesem Bild können wir das Ziel besser erreichen. Geist und Körper stellen sich auf dieses Ziel ein und stellen die benötigten Ressourcen bereit.
Selbstmotivation ist fast immer auch eine bewusste Entscheidung. So, wie wir uns dazu entscheiden, mit Sport anzufangen, ist es auch mit anderen Vorhaben, die uns Mühe kosten.
“Energie flows where the attention goes!”

Motivation lässt sich trainieren
Jede Reise beginnt mit einem ersten Schritt. Und dieser Schritt sollte gangbar sein. Überforderung wirkt sich negativ auf unseren Antrieb aus.
Und am besten liegt die Aufgabe in unserem Interessensbereich. Dann ist unser Wille besonders hoch.

Selbstverpflichtung
Gib dir selber eine Aufgabe und zieh sie dann konsequent durch. Weiche nicht von deinem Weg ab, es gibt keine Alternative, da du dich zur Zielerreichung verpflichtet hast.

Selbstbewusstsein
Mit jedem erreichten Ziel steigt das Selbstbewusstsein. Und das wiederum steigert die Motivation für die nächste große Aufgabe.

Raus ins Leben
Voraussichtlich haben wir nämlich nur ein Leben. Dieses fröhlich und mit hoher Motivation anzugehen, zu meistern, darf als Aufgabe gesehen werden. Und das Leben besteht aus vielen kleinen Aufgaben.
Also: Fernseher aus! Projekt starten!

Am Misserfolg wachsen
Selbstverständlich gelingt nicht alles im Leben. Wir machen Fehler, schätzen Chancen falsch ein oder versagen einfach. Das passiert jedem Menschen. Jeder Misserfolg ist aber auch ein großer Lehrer. Wir nehmen das Wissen auf und wachsen daran.
Und: aus jedem Misserfolg können neue Chancen entstehen. Denn unsere Ressourcen stehen für neue Projekte wieder zur Verfügung.
Krise = Wendepunkt (Quelle: Lexikon)

Einsatz lohnt sich
Wer beständig an seinem Ziel arbeitet, wird es mit jedem Moment wahrscheinlicher erreichen. Warum? Ganz einfach: nichts im Leben geschieht umsonst. Wenn wir Energie in etwas hineingeben, wird etwas geschehen. Vielleicht nicht sofort. Aber irgendwann bestimmt.

Marathon, nicht Sprint!
Nicht jedes Ziel ist im Sprint zu erreichen. Manche Aufgaben verlangen Ausdauer und Beharrlichkeit. Wenn man das schon vorher weiß, tut man sich leichter. Man ist nicht enttäuscht, wenn es etwas dauert.
Doch wie gesagt: jede Reise, jeder Dauerlauf beginnt dem ersten Schritt. Je früher desto besser. In jungen Jahren haben wir zumeist mehr Energie. Ein 80-jähriger gewinnt in der Regel keinen Marathon mehr. Höchstens in seiner Altersklasse.

Druck kann positiv sein
Besonders, wenn dieser Druck von Innen kommt (intrinsische Motivation). Kommt der Druck von Außen (extrinsische Motivation) tut man sich schwerer eine Aufgabe motiviert anzugehen. Oft hilft ein Perspektivwechsel. Mach das Projekt der anderen zu DEINEM Projekt!

Den Bogen nicht überspannen
So wie ein Bogen, bricht im übertragenen Sinne auch der Mensch, wenn man ihn überfordert. Er brennt aus. Man muss mit seinen Energien haushalten und auch mal die Beine hochlegen. Nur so bleibt die Kraft erhalten, die für neue Aufgaben nötig sind.

Selbstmotivation ist keine Zauberei. Manchmal gehört dazu aber ein Perspektivwechsel auf das eigene Leben oder sogar eine große Veränderung im Leben. Gehen wir es an!

Mimik und Körpersprache in (und vor) der Liebe

Verbale Kommunikation wird überbewertet!!! Diese These scheint vielleicht etwas übertrieben. Doch wenn wir etwas genauer auf das Miteinander der Menschen schauen, hat die Aussage durchaus ihre Berechtigung.

Lächeln, böser Blick, zuwenden, abwenden, berühren, schüchterne Geste, dominantes Auftreten. All dies ist nonverbale Kommunikation. Und die Liste lässt sich noch lange fortsetzen.

Körpersprache: Ursprüngliche Kommunikation
So sind Tiere noch mehr auf diese Art der Verständigung angewiesen. Der Mensch ist zweifellos schon weiter, dank seiner gesprochenen Sprache. Doch der Großteil erfolgt noch immer mimisch und körperlich.

Viele Signale nehmen wir nur unterbewusst war. Ein trauriges Gesicht erkennen wir schon von weitem. Wir müssen das Gefühl nicht erst interpretieren.

Allerdings wird nicht jedes Signal so treffsicher erkannt. Bei Flirtsignalen tut sich der Mensch schon bedeutend schwerer, diese zu erkennen. Das mag aber auch an der Schüchternheit und Unsicherheit liegen.

Mit den Jahren verlernen wir sogar die Gabe nonverbale Mitteilungen wahrzunehmen. Kleinkinder können erst später Worte deuten. Daher sind sie Meister der Körpersprache und der Mimik. Sowohl als Sender aber auch als Empfänger.
Nur durch die Interaktion mit Menschen lernen und behalten wir diese angeborene Fähigkeiten. Fernsehen und virtuelle Realität fördert dies nicht!

Signale in der Liebe
Gerade in der Liebe sind die nonverbalen Signale entscheidend: besonders auch beim ersten Kontakt. Denn am Anfang ist zumeist das Lächeln, erst dann das Wort. :-)

Selbstbewusst und souverän mit diesen Signalen umzugehen, ist daher entscheidend.
Natürlich kann ein Signal auch mal missverstanden werden. Aber nur Übung macht den Meister.

Die fünf Stufen zum Glück

  • Aufmerksamkeit
  • sich gegenseitig bemerken
  • verbale Kommunikation
  • Annäherung
  • Bindung aufbauen und festigen

Zumeist lächeln wir uns an oder bewegen uns in Richtung des potentiellen Partner. Bevor wir etwas sagen können, müssen wir wahrgenommen werden und ermutigende Signale an ihn senden.
Wenn dies nicht gelingt, sind wir entweder nicht eindeutig genug oder zu unbedeutend für unser Gegenüber. Vielleicht möchte unser Gegenüber uns einfach nicht wahrnehmen.
Dann setzt übrigens ein weiterer ursprünglich Impuls ein: der Fluchtreflex. Auch dies ist Körpersprache! Wir signalisieren, dass wir uns zurückziehen.

Unser Gesicht und Körper sagt so vieles aus. Zum Beispiel auch, ob wir gesund und attraktiv sind. Daher ist ein Lächeln allein nicht ausschlaggebend.
Die körperliche Bewegung sagt auch viel über unsere Vitalität und unser Temperament aus. Tendenziell bewegen wir uns beim Flirten daher vermehrt.
Vitalität, Stärke und ein freundliches Lächeln sind daher durchaus Wettbewerbsvorteile. Das gilt gerade für den Blick der Frauen auf die Männerwelt. Männer achten besonders auf Zeichen der Fruchtbarkeit. Runde Formen sind daher das erste, was dem Mann oftmals auffällt.
Dies liest sich sicher sehr oberflächlich. Es geht aber auch anders. Besonders Frauen legen auch Wert auf die inneren Atribute des Mannes. Treue, Durchsetzungsvermögen, Ehrlichkeit und Intelligenz beispielsweise.

Der Körper und das Gesicht transportiert diese Eigenschaften. Ein trainierter, großer Mann wirkt stärker und durchsetzungsfähiger. Durchsetzungsfähigkeit kann aber ebenso negativ wahrgenommen werden: sie kann sogar Angst machen!
Die Körperhaltung zeigt ebenso einen gewissen sozialen Status und Selbstsicherheit. Auch darauf achten wir bewusst oder unterbewusst.
Unsicherheit wirkt eher negativ auf uns. Wir mögen Selbstsicherheit, da auch wir uns dann wohler fühlen. Unsicherheit beim anderen verunsichert uns also auch gelegentlich selbst!

Nach der ersten Annäherung und Wahrnehmung beginnt im optimalen Fall die verbale Kommunikation. Ob wir über die schönen Augen oder das nicht so schöne Wetter reden, bleibt jedem selbst überlassen.
An dieser Stelle kann man wohl vieles falsch machen. Ich bin für Authentizität! Gelernte Anmachsprüche wirken meist künstlich und gelegentlich sogar peinlich. Und wenn es peinlich wird, setzt halt öfters wieder der Fluchtreflex ein 😉

Wenn diese drei ersten Phasen geschafft sind, darf es mit der Körpersprache weitergehen: man kommt sich näher, vor allem körperlich!

In der Bindungsphase darf man sich anschließend gerne verlieben. Ob das immer auf Dauer gelingt beziehungsweise hält, ist eine andere Frage.

Viele Signale erzeugen das Bild
Man sollte sich nicht nur auf das Lächeln verlassen. Manche Menschen lächeln ständig. Erst weitere körpersprachliche und mimische Signale erzeugen das Gesamtbild.
Das sollte man also auch beachten, wenn man jemanden anlächelt und sich wundert, dass man keine Reaktion erhält.
Vielleicht ist auch ein körperliches Hinwenden notwendig. Oder ein Hochziehen der Augenbrauen. Oder sogar eine vermeintlich harmlose Berührung am Arm. Erst in der Gesamtheit kann unser potentielle Flirtpartner unsere Zeichen erkennen.

Bewusst und unbewusst
Viele Signale senden wir unbewusst. Die Kontrolle hierbei ist daher kaum möglich.
Zum Beispiel bei der Blinzelrate. Menschen, die sehr oft blinzeln, haben in der Regel einen erhöhten Stresspegel. Entspannte Personen blinzeln demzufolge seltener.
Oder wenn sich die Pupillen stark weiten, also die Augen dunkler wirken, zeugt das von erhöhter Aufmerksamkeit oder gesteigertem Interesse.
Aber Achtung: auch helles Licht sorgt dafür, dass sich unsere Pupillen weiten!

Eher unbewusst neigen Menschen, die sich mögen, dazu, sich in ihrer Körpersprache anzugleichen. Auch dies ist ein positives Flirtsignal.

Am besten wirkt unsere Körpersprache, wenn wir uns auch so fühlen, wie wir uns geben. Eine aufgesetzte Haltung wirkt künstlich und entspricht nicht unsere inneren Verfassung. Die Authentizität fehlt. Diese Fassade ist entweder sofort zu durchschauen oder wir können sie nicht dauerhaft aufrecht erhalten.

Ein Lächeln macht uns selbst glücklich
Eine äußere Haltung, dazu gehört auch ein Lächeln, kann sich auch nach innen richten. Durch das Lächeln kann sich unser Gemüt ebenfalls zum positiven wenden. Wir fühlen uns entspannter und glücklicher, wenn wir den Ärger aus dem Gesicht verbannen.
Das mag freilich nicht immer funktionieren. Ein Versuch ist es aber wert!

Die sieben Grundemotionen

  • Angst
  • Überraschung
  • Ärger
  • Ekel
  • Trauer
  • Freude
  • Verachtung

Wenn wir bei unseren Flirtversuchen auf Ekel und Verachtung treffen, ist uns ein Korb gewiss. Auch, wenn jemand Angst vor uns hat, wird es schwierig mit der Kontaktaufnahme.
Zum Glück können wir diese drei negativen Reaktionen recht gut bei unserem Gegenüber vermeiden. Ein offenes, freundliches, gepflegtes und höfliches Auftreten, inklusive Lächeln, ist dafür das wichtigste.
Wenn sich dagegen jemand freut uns zu sehen und wir dann noch etwas positives äußern, bringt das sofort einige Pluspunkte.

Berührungen
Wer auf sich aufmerksam gemacht hat und in die Nähe seines potentiellen Partners vordringen durfte, darf sich nun an der Konigsdisziplin der nonverbalen Kommunikation versuchen.
Berührungen werden nur bei Sympathie und Vertrauen zugelassen und gegeben. Durch nichts kommt man einem Menschen näher.
Aber Achtung: erst bei der Berührung merken manche, dass sie den anderen doch nicht ertragen können. Ein später Korb tut manchmal noch mehr weh :-(

Die glückliche Beziehung

Der Mensch ist auf emotionalen, sozialen Kontakt mit anderen angewiesen. Vereinsamung macht krank. Wir lieben die Liebe: denn wir brauchen sie!

Liebe und Verliebtheit
Immer wieder stürzen wir uns in verheißungsvolle Beziehungen, sind Hals über Kopf verliebt, schweben im berühmten siebten Himmel, sind euphorisch und……. sind nach Monaten oder Jahren überrascht, wo die Verliebtheit hin ist.

Im besten Fall ist an die Stelle der Verliebtheit nun etwas größeres gerückt: nämlich die Liebe!
Doch auch diese muss nicht ewig währen, wie wir wohl alle wissen. Sie möchte gepflegt werden, damit sie dauerhaftes Glück für zwei Menschen bedeutet.

Scheiden tut weh
Manchmal ist es einfach Unzufriedenheit und Enttäuschung, die das Leben miteinander mit sich bringt. Vielleicht hatten wir andere Vorstellungen von unserer Zukunft. Vielleicht verändert sich unser Partner und wir können mit dieser Veränderung nicht Schritt halten.

Mann und Frau leben nur noch aneinander vorbei. Dann ist eine Trennung oft zwangsläufig, damit das gemeinsame Unglück nicht weiterhin seinen Lauf nimmt.
Und Trennung, beziehungsweise Scheidung, wird mehr und mehr zur Normalität. Was in früheren, religiös geprägten Zeiten die Ausnahme war, ist heutzutage der logische Ausweg für viele unglücklich verbundene Paare. 40 % aller Erstehen landen irgendwann beim Scheidungsrichter.

Wir sind sooo unterschiedlich
Oft ist es aber auch nur eine gewisse Sprachlosigkeit, die zwischen den Partnern herrscht. Oder besagt: Frau und Mann sprechen einfach nicht die selbe Sprache.
Das muss auch gar nicht immer der Fall sein, damit eine Beziehung gelingt. Doch öfters mal auf die Wünsche und besagte Sprache des anderen einzugehen, bedeutet dem anderen vielleicht ALLES !

Die reife Liebe ist nicht „der Schmetterling oder die Wolke Sieben“. Reife Liebe ist geprägt von Disziplin, Respekt und dem Willen nach liebevollem, dauerhaften Austausch.
Und jeder Austausch ist letztlich Kommunikation. Der Schwerpunkt ist bei jedem Menschen anders gesetzt. Hier die wesentlichen Schwerpunkte.

  • Komplimente
  • Gemeinsamkeit
  • Großzügigkeit
  • Hilfsbereitschaft
  • Berührungen


Komplimente

Ohne Anerkennung sind wir nur auf unsere eigene Meinung angewiesen. Jedes positive Feedback fühlt sich nicht nur gut an, es ordnet auch ein wenig unsere Unsicherheit in dieser komplexen Welt.
Die Frau freut sich über nette Worte bezüglich ihres Äußeren. Der Mann ist da ähnlich. Vielleicht freut er sich aber mehr, wenn ihm Anerkennung für sein handwerkliches Geschick bezeugt wird.

Jede positive Wort ist eine Ermutigung und wie ein Streicheln der Seele.
Um dies aufrichtig geben zu können, ist Emphatie nötig. Wir müssen wissen, was unserem Partner wirklich wichtig ist. Und wenn wir diese wichtigen Worte dann noch mit einem liebevollen Ton und einem aufrichtigen Lächeln „verzieren“, ist die Wirkung enorm und dauerhaft.

Gemeinsamkeit
Gemeinsamkeit bedeutet, einfach Zeit füreinander zu haben: echte Zeit! Nicht nur zusammen stumm zum Fernseher schauen.
Es bedeutet, sich füreinander zu interessieren oder sich gemeinsam für ein Thema zu interessieren. Dabei tauschen wir uns intensiv aus und verlassen die Oberflächlichkeit.

Und es gibt so viele Möglichkeiten: Theater, Spaziergang, Sport, Restaurant, Urlaub, Museum, Massage, Sex, Tanzen, neue Hobbys zusammen entdecken …

Manchmal möchte der eine Partner aber auch einfach nur einen Zuhörer und Verständnis. Das gute Zuhören ist eine Kunst.

Großzügigkeit
Geschenke sind Zeichen der Liebe. Ob Blumen, eine Kette oder ein moderner Gasgrill für den Mann. Wir freuen uns, wenn es von Herzen kommt und sich unser Partner Gedanken dabei gemacht hat. Wir fühlen uns dadurch wertgeschätzt.
Das bedeutendste Zeichen ist wahrscheinlich der Ehering. Ihn nicht mehr zu tragen, bedeutet oftmals das Ende der Liebe. Wir legen damit das äußere Zeichen der Liebe ab.

Auch geschenkte Zeit kann als sehr wertvoll empfunden werden. Es muss natürlich nicht jedes Geschenk ein materielles sein!

Hilfsbereitschaft
Das selbstlose Hilfe in der Partnerschaft kann so viele Facetten haben. Die fürsorgliche Mutter und Ehefrau bringt sich zum Beispiel ganz für ihre Familie ein.
Glück bedeutet zu geben ohne eine Gegenleistung zu erwarten… sie aber trotzdem vom anderen zu erhalten!

Auch hier spielt Emphatie eine wichtige Rolle. Es ist unsere Aufgabe in der Partnerschaft zu fühlen, was dem anderen wichtig ist. Wo wir Hilfe verwehren, versagt die Liebe!

Zärtlichkeit
Das schönste Geschenk der Liebe ist für die meisten die Zärtlichkeit.
Ob sanfte Berührungen oder leidenschaftlicher Sex: ohne körperlichen Austausch verarmt der Mensch auf Dauer seelisch.
Zärtlichkeit macht uns stark, schützt vor Krankheit und bringt Freude ins Leben.
Es muss dabei nicht immer Sex sein. Ein Kuss oder eine Umarmung kann sogar mehr bedeuten.

Jeder Mensch hat seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse. Darauf einzugehen ist Aufgabe des Partners. Emphatie und liebevolle Großzügigkeit sind der Schlüssel zum Herzen und damit zum dauerhaften Glück.

Lasst uns schenken, loben, miteinander Zeit verbringen oder einfach nur im Arm halten. Was auch immer wir tun: lieber gemeinsam!

Bondage-Session, Berlin, Schwelle 7, Felix Ruckert 05.04.2016

Da die Schwelle 7 Ende Mai schließen wird, wollte ich dort nochmal die eine oder andere Session dokumentieren.
Felix Ruckert, der Betreiber der Schwelle, war damit einverstanden.
Noch mehr freute mich dann die Tatsache, dass ich seine Session von ihm und seinem Bondage-Model, an dem selben Abend, aufnehmen durfte.
Danke Felix! Tolle Performance!!
Zum Video hier: Video

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