Hypnose

— Was ist Hypnose? —
Sie finden im Internet und in sonstigen Quellen unzählige Definitionen und Erklärungen aus dem wissenschaftlichen Bereich, von Amateuren, Show-Hypnotiseuren und Esoterikern.

Meiner Meinung nach, ist die Hypnose ein bewusst hervorgerufener Zustand, durch den man einen sehr direkten, persönlichen Zugang zum Unterbewusstsein erlangt. Durch diesen Zugang können Veränderungen mittels Hypnose-Anwendungen wesentlich schneller, tiefgreifender und nachhaltiger erfolgen, als es vielleicht herkömmliche Therapien vermögen. Das Bewusstsein ist dabei nicht komplett ausgeschaltet. Der kritische Filter des Bewusstseins tritt jedoch in den Hintergrund, so dass das Unterbewusstsein für positive Suggestionen offen ist. Unter Suggestionen ist eine gezielte Beeinflussung des Seelischen gemeint. Genauer gesagt, hinsichtlich der Willensabläufe, der Gefühlsebene und der Denkprozesse.
Suggestionen sollten stets positiv sein. Es gibt zahlreiche Hinweise, dass sich das Unterbewusstsein, unser Speicher des Gedächtnis, mit negativen Suggestionen schwer tut oder sie gar nicht versteht. Folgende Suggestionen sollte also unterlassen werden: „Du wirst nicht dicker und dicker.“ Besser ist: „Dein Körper verwendet die Nahrung besser und besser und mit jeder Woche näherst du dich deinem optimalen, gesunden Wohlfühlgewicht.“

Gelungene Kommunikation, gelungene Beeinflussung, kann ebenfalls als Hypnose bezeichnet werden. Denken Sie an Dichter, Verkäufer, Pfarrer und Politiker. Die Macht der Kommunikation hat bei diesen Menschen (besonders wenn sie erfolgreich sind) hypnotische Züge.

Durch Hypnose können Gedanken, Bilder und Veränderungsprozesse geschaffen werden, in denen der Klient auf angenehme Weise lediglich reagieren muss. Reaktion ist ein natürlicher Reflex des Menschen. In der Hypnose fällt dem Hypnotisierten diese Reaktion auf sinnvolle Veränderungen wesentlich leichter, als im Wachzustand. Die Suggestionen sollten (bei manchen Menschen) in der Hypnose nicht du direktiv, also nicht zu befehlend sein. Durch indirekte Suggestionen können Veränderungsvorschläge (gerade bei sehr selbstbestimmten, kritischen Menschen) besser angenommen werden.

Zu unterscheiden sind außerdem Fremdhypnose und Selbsthypnose. Letzere ist gut erlernbar und kann gerade für die Entspannung im Alltag großen Nutzen haben. Die Selbsthypnose können Sie im besten Fall bei einem Hypnotiseur erlernen. Er zeigt ihnen den für Sie optimalen Weg in die Trance auf. Diesen können Sie dann immer wieder selbst beschreiten.

Hypnose oder eine Trance sind natürliche Zustände und haben nichts mit Zauberei zu tun. Sicherlich gehen Sie jeden Tag des öfteren in einen vergleichbaren Zustand. Denken Sie nur an ihre „vertiefte Abwesenheit“, während Sie eine  spannenden Film im Kino sehen. Oder an den Zustand kurz vor dem Einschlafen. In vielen Kulturen werden diese Zustände viel bewusster angestrebt. Denken Sie z. B. an rituelle Feste in hinduistischen Kulturen oder die ekstatischen Tänze afrikanischer Stämme. In Bezug auf unsere europäische Kultur fallen mir spontan Techno-Partys ein. Aber auch Bingo-Abende sollen schon zu tranceähnlichen Zuständen geführt haben 😉

 


— Wofür ist Hypnose gut? —
Auch hierbei gehen die Meinungen erwartungsgemäß weit auseinander. Für die einen ist es eine reine Enspannungstechnik im Sinne von z.B. Meditation oder autogenem
Training. Andere sind absolut davon überzeugt, dank Hypnose in vorige Leben „reisen“ zu können und gehen daher zu einem Reinkarnations-Hypnotiseur.

Vorweg über mich: ich bin kein Esoteriker und informiere auf dieser Seite von erfolgreich erprobten Anwendungen, die auch in Kreisen der Wissenschaft, Medizin und Psychotherapie einen guten Ruf haben. Nicht zuletzt Sigmund Freud und der kaum weniger bekannte Psychiater Carl Gustav Jung waren Anhänger der Hypnose.

Wunderglaube und religiöse Ansätze, sollten meiner Meinung nach nicht mit der praktisch angewandten Hypnose vermischt werden.
Dennoch darf anerkannt werden, das manche Menschen genau daran glauben und allein der Glaube, wundersame Heilkräfte haben kann! Daher ist eine gewisse Offenheit und Toleranz durchaus sinnvoll. Das sollte jeder Hypnotiseur und Klient für sich, unter Berücksichtigung seiner Glaubenssätze, klären.

Folgende Anwendungen unter Hypnose können meiner Meinung nach das Leben positiv beeinflussen.

  • Blockaden lösen
  • Entspannung und Gelassenheit finden
  • Raucherentwöhnung
  • Gewichtsreduktion
  • Selbsthypnose lernen
  • Regression (Rückführung in ein zurückliegendes Lebensjahr)
  • Ängste reduzieren
  • Schmerzen reduzieren (Schmerzverlagerung, Begleitung zum Zahnarzt)
  • Coaching
    Verkaufstalent optimieren, Paar-Begleitung, Motivation steigern, Selbstbewusstsein stärken, Ziele erreichen, Lampenfieber und Schüchternheit reduzieren, Burn-Out-Prävention

— Woran erkennt man einen hypnotischen Zustand? —
Es gibt sehr offensichtliche Anzeichen aber auch eher versteckte Hinweise dafür, das ein hypnotischer Zustand erreicht ist oder erreicht wurde.

  • Schluckreflex nimmt zu
  • Augenlider bewegen sich ungewöhnlich stark
  • verklärter, glasiger Blick bei geöffneten Augen
  • REM-Bewegungen bei geschlossenen Augen
  • Gliedmaße zucken (dazu gehören ideomotorische Bewegungen)
  • Hals- oder Brustbereich ist gerötet
  • maskenhafte Mimik
  • unwillkürliches Lachen
  • Tränen, starke gefühlsmäßige Reaktion
  • Kopf neigt sich stark zur Seite
  • Biofeedback-Gerät „schlägt aus“ bzw. „schläft ein“
  • niedriger Ruhepuls
  • ungewöhnliches körperliches Empfinden
  • innere Schwere oder Gefühl von Schweben
  • Empfinden von Trägheit, Gleichgültigkeit, Lethargie
  • verändertes Verhalten nach posthypnotischen Suggestionen
  • gesteigertes Erinnerungsvermögen, Hypermnesie (Zurückrufen ins Gedächtnis)
  • starker, konzentrierter Focus auf Suggestionen
  • Sinnestäuschungen
  • Amnesie
  • Zeitgefühl geht während der Trance verloren
  • Schmerzreduktion

Am deutlichsten nimmt es der Klient in der Regel selbst am deutlichsten wahr. Aus eigener Erfahrung beschreibe ich es gerne als Halbschlaf oder Vorschlaf. Den Zustand, den man erreicht, bevor man einschläft.
Außerdem kann man tendenziell von einer erfolgreichen Hypnose ausgehen, wenn die erwarteten Ziele einer Trance erreicht wurden.
Es gibt unterschiedliche Tiefen der Trance. Leichte, mittlere und tiefe Trance. Die leichte Trance ist kaum wahrnehmbar. Es ist mehr ein Gefühl der Entspannung. Intensivere Trancen sind bedeutend spürbarer. Spätestens wenn Sie in einem Zustand kurz vor dem Tiefschlaf sind, nach der Trance aber trotzdem die Suggestionen des Hypnotiseurs wiedergeben können, wird es keinen Zweifel mehr geben.

Eine tiefe Trance ist übrigens kein notwendiger Zustand, um eine positive Veränderungsarbeit zu durchleben. Bereits in leichter Trance – und diesen Zustand erreicht so gut wie jeder Mensch – können Suggestionen große Wirkung entfalten. Gerade die aktive Mitarbeit in der Trance, kann sehr wichtig sein. Dies ist bei einer sehr tiefen Trance, oftmals nicht mehr möglich.


— Ablauf einer Hypnose-Session —
Im Vorgespräch bespricht man das genaue Anliegen, die mögliche Herangehensweise und das zu erreichende Ziel. Das kann zum Beispiel eine Raucherentwöhnung sein, eine Reduzierung des Körpergewichts oder eine Stärkung der Partnerbindung. Die Möglichkeiten sind vielfältig.
Das Vorgespräch soll auch Ängste und Vorurteile gegenüber der Hypnose abbauen. Sehen Sie in diesem Sinne daher auch bitte diese Internetseite. Sie enthält wesentliche Informationen zur gesamten Thematik und wird laufend aktualisiert. Über Vorschläge bzgl. Verbesserungen bin ich übrigens dankbar!

Nach dem Vorgespräch beginnt die praktische Arbeit bzw. Anwendung. Durch die sogenannte Induktion wird in die Hypnose oder Trance eingeleitet. Die Induktion kennen viele in Form des schwingenden Pendels, das mit starrem Blick fixiert wird. Keine Sorge: ein Pendel besitze ich nicht. Aber es gibt dafür sehr viele andere, bessere Einleitungen bzw. Induktionen. Ich arbeite gerne mit meiner Stimme und der mir geschenkten Ausstrahlung der Ruhe und (Selbst)-Sicherheit. Durch eine langsame, monotone Stimme/Stimmung gelangt man sanft in eine tiefe Entspannung und Trance. Dabei gehe ich in der Regel auch selber in eine leichte Trance und kann dadurch meinen Sprachrhythmus an die innere Befindlichkeit meines Gegenübers anpassen. Diese Anpassung nennt man Pacing. Nach der Anpassung, dem Pacing, ist dann das Leading im Rahmen der Suggestionen und Anwendungen möglich. Ich führe also mit Worten durch die Veränderungsprozesse. Dies ist mit dem Wechselspiel des Rapports (siehe unten) gemeint.

Der Hypnotisierte befindet sich hiernach in einem angenehmen Zustand der Entspannung: der Hypnose oder der Trance. Das Unterbewusstsein ist für Suggestionen im Rahmen der Anwendung geöffnet. Es finden tiefgreifende Veränderungen statt, wenn dies gewollt ist. Es geschieht also nichts, das grundsätzlich ablehnt wird oder nicht gut tuen würde. Das Unterbewusstsein ist sehr schlau und achtet auf uns.

Sehr interessant ist auch die Kommunikation mit der hypnotisierten Person. Dies ist verbal möglich aber auch über ideomotorische Bewegung der Finger beispielsweise. Ein unwillentliche Bewegung des Fingers bedeutet als z. B. „Ja“. Die Bewegung wird durch das Unterbewusstsein in der Trance gesteuert. Dieser direkte Kontakt, diese direkte Kommunikation ermöglicht eine sehr effiziente Arbeit mit dem Unterbewusstsein.

Abschließend erfolgt die Ausleitung. Das ist keine große Kunst. Man zählt dabei zum Beispiel von eins bis fünf. Mit jeder Zahl wird der Hypnotisierte wacher und wacher. Sollte ein Hypnotiseur dies einmal vergessen, kann nichts nachteiliges geschehen. Das Unterbewusstsein passt auf uns auf. Man wacht also von ganz alleine nach einigen Minuten auf oder weckt sich selbst willentlich. Nicht jede Trance ist so tief, dass man sich dabei in einem schlafähnlichen Zustand befinden.

Abschließend beschließt man die Hypnose-Session mit einem Abschlussgespräch. Der „Erwachte“ erzählt von seinen Gedanken und Eindrücken. Oft verankert man noch das erreichte Zwischenziel und vereinbart ggf. einen weiteren Termin. Je nach Problemstellung sind also mehrere Sessions zu empfehlen. Bemerkbare Veränderungen werden meist aber schon nach dem ersten Termin wahrgenommen. Diese ersten positiven Veränderungen wirken stark motivierend!
Es kommt also auch auf die innere Einstellung an. Man sollte die Veränderung genießen und mit einem Lächeln nach Hause gehen.
Bereits die hoffnungsfrohe Einstellung kann kleine bis große Wunder bewirken… glauben Sie mir :-)

 


— Was ist Rapport? —
Rapport ist ein sehr inniger Kontakt in der Hypnose. In der Trance haben Hypnotiseur und Hypnotisierter eine Art Wechselbeziehung.  Denn auch der Hypnotiseur geht oftmals mit in Trance. Durch diese Übertragung von Gedanken und Gefühlen ist eine unterbewusste Veränderungsarbeit erst möglich. Beide spiegeln in dieser Wechselbeziehung ihre Innensicht und kommen sich auf einer geistigen Ebene sehr nahe. Das erklärt auch, warum man nach eine Hypnose-Session das Gefühl hat, mit dem Hypnotiseur eng verbunden zu sein — wie mit einem langjährigen, sehr guten Freund. Es bildet sich ein vertrauensvoller, freundschaftlicher Boden, auf dem Veränderungen hervorragend gedeihen.

Viele Anwendungen funktionieren übrigens auch ohne eine hypnotische Trance. Die Hypnose macht es jedoch leichter und die Veränderungen erfolgen schneller.

 


— Kontraindikationen und Hypnotisierbarkeit —
Nicht für jeden Menschen ist eine Hypnose-Anwendung geeignet. Sollten Sie sich in der nachfolgenden Liste wiederfinden, könnte die Hypnose ungeeignet sein.

  • geistige Beeinträchtigung
  • schwere Herz- und Kreislauferkrankungen
  • Psychosen oder Depressionen (leichte depressive Verstimmungen sind damit nicht gemeint)
  • Einnahme von Psychopharmaka
  • Abhängigkeit von Alkohol oder Drogen
  • Thrombose-Patienten
  • Erkrankung des zentralen Nervensystems
  • Schwangerschaft (fortgeschrittene Schwangerschaft)
  • Angst vor Hypnose
  • Minderjährigkeit oder fehlende Einverständnis der Eltern

Minderjährigkeit ist jedoch kein Kriterium, das per se gegen eine Hypnose spricht. Das Kind sollte allerdings alt genug sein, um die Suggestionen verstehen zu können. In der Regel sind Kinder sogar sehr suggestibel und somit leicht hynotisierbar.

Die allgemeine Hypnotisierbarkeit von Menschen ist schlecht in einer Prozentzahl auszudrücken. Man geht davon aus, das fast jeder Mensch in Trance geführt werden kann. Allerdings fällt es einigen sehr viel schwerer sich zu „öffnen“. Der Begriff des Rapports soll daher an dieser Stelle wiederholt werden. Wenn keine vertrauensvolle Kommunikation und Beziehung entsteht, wird eine Trance kaum möglich sein. Andere verschließen sich dem Thema Hypnose willentlich und wollen sich per se nicht diesem entspannten Zustand anvertrauen.

Auch die Motivation spielt bei einem Klienten eine große Rolle. Eine Hypnose „just4fun“ wird kaum nachhaltigen Erfolg bringen. Eine gewisse Hoffnung auf Erfolg und eine positive Motivation für das Gelingen sind sehr viel wert und erhöhen auch den Rapport.
Tatsächlich gibt es Klienten, die zwar freiwillig zu einem Hypnotiseur gehen, sich dann aber dagegen „wehren“, in die Trance zu gehen. Dies mag in manchen Fällen mit falschem Stolz zu tun haben… „Dem Hypnotiseur beweise ich, dass er mich nicht hypnotisieren kann!“ Noch einmal ganz deutlich: Die Hypnose ist ein kooperativer Zustand des vertrauensvollen Miteinander. Wer sich dagegen meint, wehren zu müssen, würde sich auch gegen den erholsamen, gesunden Nachtschlaf wehren. Beides ist unsinnig!

Außerdem setzt die verbal-induzierte Hypnose ein gewisses Maß an Intelligenz und das beherrschen der verwendeten Sprache voraus. Falls man den Suggestionen aus genannten Gründen nicht folgen kann oder diese nicht versteht, wird das Tor zum Unbewussten verschlossen bleiben.
Für andere Personen kann daher die Hypnose nach Franz Anton Mesmer geeignet sein. Hierbei arbeitet man eher mit einem magnetischen Kraftfeld. Tatsächlich gab es hier bemerkenswerte Ergebnisse in der Vergangenheit. Ich selber biete diese Art der Trance und Anwendung nicht an, da mir bis jetzt die Überzeugung hierfür fehlt.

 


— Bekannte Hypnotiseure der Vergangenheit —
Wenn auch nicht stellvertretend für die derzeitige, moderne Hypnose, ist Franz Anton Mesmer. Er gilt als der Vater der modernen Hypnose. Er praktizierte in Wien und ging später nach Paris. Er nannte das Kraftfeld, das jeden Menschen seiner Meinung nach umgibt, „animalischen Magnitismus“. Durch magnetisches Ausstreichen (Hand auflegen im weiteren Sinne) sollte eine positive Heilkrise einsetzen. Er arbeite im Gegensatz zu späteren und heutigen Hypnotiseuren nicht mit verbalen Suggestionen. In Wien hatte er nachweisbar große Erfolge vorzuweisen. In Paris wendet sich dann allerdings das Blatt gegen ihn. Er stellte sich der französischen Akademie der Wissenschaften zum Nachweis seiner Fähigkeiten. Sie glaubten ihm nicht und machten seine Erfolge und sein angebliches Verfahren schlecht. Von diese Diskreditierung erholte sich Mesmer nicht mehr. Er starb vergessen in Österreich im Jahr 1815.

Auch kein Hypnotiseur im eigentlichen, heutigen Sinne, war Emile Coué aus Nancy, Frankreich. Der Apotheker lehrte seine Kunden im Anwenden einer äußerst wirksamen Autosuggestion. Er empfahl folgende Redewendung beliebig oft am Tag zu wiederholen: „Es geht mir von Tag zu Tag, in jeder Beziehung besser und besser.“ Der genaue Weg zum unbestimmten Ziel wird dadurch dem Unterbewusstsein überlassen. Aus eigener Erfahrung darf ich verraten, das diese Formel tatsächlich funktioniert. Ich habe sie jedoch für mich etwas abgewandelt, damit sie noch besser „in mir arbeitet“.
Coué war es auch, der feststellte, dass das Unterbewusste stärker wirkt als der Wille. Er nannte es das Gesetz der konzentrierten Aufmerksamkeit. Konzentriert man sich stark auf eine Vorstellung, möchte das Unterbewusste diese Vorstellung, diesen Gedanken verwirklichen.
Wenn Wille und Unterbewusstsein miteinander in Konkurrenz stehen, siegt in der Regel das Unterbewusstsein.

 


— Vorurteile gegenüber der Hypnose und Gefahren —
Viele denken noch immer, in der Hypnose wäre man willenlos und in einem Tiefschlaf. Das stimmt nicht. Selbst in einem sehr tiefen Zustand der Trance ist das Bewusstsein wach. Sie werden daher auch nichts tun, was Sie im normalen Wachzustand nicht auch tun würden. Sie werden nicht zu einer Marionette des Hypnotiseurs. Das sind leider Vorurteile, die durch Hypnose-Shows immer wieder erneuert werden. Wie der Begriff es schon sagt, geht es dabei eher um die Show als um die Hypnose. Die „willigen bzw. willenlosen Versuchsobjekte“ sind einfach nur nett und wollen die Show nicht ruinieren. Sie spielen gerne mit oder reden sich ein, ihren Namen oder eine Zahl vergessen zu haben — so wie es ihnen der Meister, der Hypnotiseur ihnen suggeriert. Sie könnten jederzeit die Show abbrechen. Aber wer möchte schon eine gute Show ruinieren? Dann wäre man ja ein Spielverderber!
Gefährlich an sich ist die Hypnose nicht. Nur wenn während der Hypnose die Achtsamkeit „außer acht“ gelassen wird, kann dies negative Folgen haben. Man denke an den völlig steifen Körper, der auf zwei Stühlen wie ein Brett liegt. Wenn sich nun ein 100 kg schwerer Hypnotiseur auf die Knie einer 50 kg leichten, zierlichen Dame stellt, kann dies wohl verständlicherweise zu ungesunden Folgen führen. Die Dame sollte schon sehr stabile Knie in diesem Fall besitzen. Ich bezweifel jedoch, das im Rahmen einer solchen Show vorher nach der körperlichen Konstitution und Gesundheit gefragt wird.
Wichtig: Kein seriöser Hypnotiseur wird Sie zu solchen Experimenten auffordern. Auch die Blitzhypnose oder Blitzinduktion ist kaum in Praxen zu finden. Dies sind eher Phänomene, die für die Kamera in Szene gesetzt werden.

Sie werden auch nicht gegen Ihr sittliches Empfinden agieren oder Dinge ausplaudern, die geheim bleiben sollen.
Eine Dame äußerte kürzlich mir gegenüber die Sorge, dass die Hypnose sich vielleicht negativ auf ihren Alltag auswirken könne und sie nicht mehr richtig „funktionieren“ würde. Auch diese Sorge ist unbegründet. Eine Trance ist ein natürlicher Zustand und hat bisher aus keinem Menschen einen Zombie gemacht.

Ein älterer Herr befürchtete einmal, nicht mehr aus der Hypnose aufzuwachen. Auch dies ist bis dato in der Geschichte niemals geschehen. Jede Person, die sich in Hypnose befindet, kann jederzeit, willentlich aus dieser erwachen.

Der Hypnotiseur verfügt also nur in dem Maße über die Gedanken- und Traumwelt seines Klienten, wie dieser es bewusst oder unbewusst zulässt.

Die Hypnose an sich ist nicht gefährlich. Ein gewissen Maß an Achtsamkeit ist aber immer ratsam. Niemals sollte eine hypnotisierte Person ohne Aufsicht bleiben. Gerade wenn sie steht, ist erhöhte Aufmerksamkeit wichtig, um ein eventuelles Kippen oder sogar Fallen zu verhindern. Bei der Anwendung der Schmerzreduktion muss zwischen sinnvollen und unnötigen Schmerzen unterschieden werden. Hierfür ist eventuell sogar ein Arzt um Rat zu fragen. Ein Schmerz im Unterleib kann beispielsweise ein Entzündung des Blinddarms zur Ursache haben. In diesem Fall eine Schmerzreduktion durchzuführen, kann im schlimmsten Fall tödlich enden.
Dagegen können die Schmerzen, die ein Besuch beim Zahnarzt meist auftreten, gut und ohne solche fatalen Folgen vermindert werden. Hier ersetzt oder unterstützt die Hypnose die Betäubung oder das verschriebene Schmerzmittel.

 


 

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