Mimik und Körpersprache in (und vor) der Liebe

Verbale Kommunikation wird überbewertet!!! Diese These scheint vielleicht etwas übertrieben. Doch wenn wir etwas genauer auf das Miteinander der Menschen schauen, hat die Aussage durchaus ihre Berechtigung.

Lächeln, böser Blick, zuwenden, abwenden, berühren, schüchterne Geste, dominantes Auftreten. All dies ist nonverbale Kommunikation. Und die Liste lässt sich noch lange fortsetzen.

Körpersprache: Ursprüngliche Kommunikation
So sind Tiere noch mehr auf diese Art der Verständigung angewiesen. Der Mensch ist zweifellos schon weiter, dank seiner gesprochenen Sprache. Doch der Großteil erfolgt noch immer mimisch und körperlich.

Viele Signale nehmen wir nur unterbewusst war. Ein trauriges Gesicht erkennen wir schon von weitem. Wir müssen das Gefühl nicht erst interpretieren.

Allerdings wird nicht jedes Signal so treffsicher erkannt. Bei Flirtsignalen tut sich der Mensch schon bedeutend schwerer, diese zu erkennen. Das mag aber auch an der Schüchternheit und Unsicherheit liegen.

Mit den Jahren verlernen wir sogar die Gabe nonverbale Mitteilungen wahrzunehmen. Kleinkinder können erst später Worte deuten. Daher sind sie Meister der Körpersprache und der Mimik. Sowohl als Sender aber auch als Empfänger.
Nur durch die Interaktion mit Menschen lernen und behalten wir diese angeborene Fähigkeiten. Fernsehen und virtuelle Realität fördert dies nicht!

Signale in der Liebe
Gerade in der Liebe sind die nonverbalen Signale entscheidend: besonders auch beim ersten Kontakt. Denn am Anfang ist zumeist das Lächeln, erst dann das Wort. :-)

Selbstbewusst und souverän mit diesen Signalen umzugehen, ist daher entscheidend.
Natürlich kann ein Signal auch mal missverstanden werden. Aber nur Übung macht den Meister.

Die fünf Stufen zum Glück

  • Aufmerksamkeit
  • sich gegenseitig bemerken
  • verbale Kommunikation
  • Annäherung
  • Bindung aufbauen und festigen

Zumeist lächeln wir uns an oder bewegen uns in Richtung des potentiellen Partner. Bevor wir etwas sagen können, müssen wir wahrgenommen werden und ermutigende Signale an ihn senden.
Wenn dies nicht gelingt, sind wir entweder nicht eindeutig genug oder zu unbedeutend für unser Gegenüber. Vielleicht möchte unser Gegenüber uns einfach nicht wahrnehmen.
Dann setzt übrigens ein weiterer ursprünglich Impuls ein: der Fluchtreflex. Auch dies ist Körpersprache! Wir signalisieren, dass wir uns zurückziehen.

Unser Gesicht und Körper sagt so vieles aus. Zum Beispiel auch, ob wir gesund und attraktiv sind. Daher ist ein Lächeln allein nicht ausschlaggebend.
Die körperliche Bewegung sagt auch viel über unsere Vitalität und unser Temperament aus. Tendenziell bewegen wir uns beim Flirten daher vermehrt.
Vitalität, Stärke und ein freundliches Lächeln sind daher durchaus Wettbewerbsvorteile. Das gilt gerade für den Blick der Frauen auf die Männerwelt. Männer achten besonders auf Zeichen der Fruchtbarkeit. Runde Formen sind daher das erste, was dem Mann oftmals auffällt.
Dies liest sich sicher sehr oberflächlich. Es geht aber auch anders. Besonders Frauen legen auch Wert auf die inneren Atribute des Mannes. Treue, Durchsetzungsvermögen, Ehrlichkeit und Intelligenz beispielsweise.

Der Körper und das Gesicht transportiert diese Eigenschaften. Ein trainierter, großer Mann wirkt stärker und durchsetzungsfähiger. Durchsetzungsfähigkeit kann aber ebenso negativ wahrgenommen werden: sie kann sogar Angst machen!
Die Körperhaltung zeigt ebenso einen gewissen sozialen Status und Selbstsicherheit. Auch darauf achten wir bewusst oder unterbewusst.
Unsicherheit wirkt eher negativ auf uns. Wir mögen Selbstsicherheit, da auch wir uns dann wohler fühlen. Unsicherheit beim anderen verunsichert uns also auch gelegentlich selbst!

Nach der ersten Annäherung und Wahrnehmung beginnt im optimalen Fall die verbale Kommunikation. Ob wir über die schönen Augen oder das nicht so schöne Wetter reden, bleibt jedem selbst überlassen.
An dieser Stelle kann man wohl vieles falsch machen. Ich bin für Authentizität! Gelernte Anmachsprüche wirken meist künstlich und gelegentlich sogar peinlich. Und wenn es peinlich wird, setzt halt öfters wieder der Fluchtreflex ein 😉

Wenn diese drei ersten Phasen geschafft sind, darf es mit der Körpersprache weitergehen: man kommt sich näher, vor allem körperlich!

In der Bindungsphase darf man sich anschließend gerne verlieben. Ob das immer auf Dauer gelingt beziehungsweise hält, ist eine andere Frage.

Viele Signale erzeugen das Bild
Man sollte sich nicht nur auf das Lächeln verlassen. Manche Menschen lächeln ständig. Erst weitere körpersprachliche und mimische Signale erzeugen das Gesamtbild.
Das sollte man also auch beachten, wenn man jemanden anlächelt und sich wundert, dass man keine Reaktion erhält.
Vielleicht ist auch ein körperliches Hinwenden notwendig. Oder ein Hochziehen der Augenbrauen. Oder sogar eine vermeintlich harmlose Berührung am Arm. Erst in der Gesamtheit kann unser potentielle Flirtpartner unsere Zeichen erkennen.

Bewusst und unbewusst
Viele Signale senden wir unbewusst. Die Kontrolle hierbei ist daher kaum möglich.
Zum Beispiel bei der Blinzelrate. Menschen, die sehr oft blinzeln, haben in der Regel einen erhöhten Stresspegel. Entspannte Personen blinzeln demzufolge seltener.
Oder wenn sich die Pupillen stark weiten, also die Augen dunkler wirken, zeugt das von erhöhter Aufmerksamkeit oder gesteigertem Interesse.
Aber Achtung: auch helles Licht sorgt dafür, dass sich unsere Pupillen weiten!

Eher unbewusst neigen Menschen, die sich mögen, dazu, sich in ihrer Körpersprache anzugleichen. Auch dies ist ein positives Flirtsignal.

Am besten wirkt unsere Körpersprache, wenn wir uns auch so fühlen, wie wir uns geben. Eine aufgesetzte Haltung wirkt künstlich und entspricht nicht unsere inneren Verfassung. Die Authentizität fehlt. Diese Fassade ist entweder sofort zu durchschauen oder wir können sie nicht dauerhaft aufrecht erhalten.

Ein Lächeln macht uns selbst glücklich
Eine äußere Haltung, dazu gehört auch ein Lächeln, kann sich auch nach innen richten. Durch das Lächeln kann sich unser Gemüt ebenfalls zum positiven wenden. Wir fühlen uns entspannter und glücklicher, wenn wir den Ärger aus dem Gesicht verbannen.
Das mag freilich nicht immer funktionieren. Ein Versuch ist es aber wert!

Die sieben Grundemotionen

  • Angst
  • Überraschung
  • Ärger
  • Ekel
  • Trauer
  • Freude
  • Verachtung

Wenn wir bei unseren Flirtversuchen auf Ekel und Verachtung treffen, ist uns ein Korb gewiss. Auch, wenn jemand Angst vor uns hat, wird es schwierig mit der Kontaktaufnahme.
Zum Glück können wir diese drei negativen Reaktionen recht gut bei unserem Gegenüber vermeiden. Ein offenes, freundliches, gepflegtes und höfliches Auftreten, inklusive Lächeln, ist dafür das wichtigste.
Wenn sich dagegen jemand freut uns zu sehen und wir dann noch etwas positives äußern, bringt das sofort einige Pluspunkte.

Berührungen
Wer auf sich aufmerksam gemacht hat und in die Nähe seines potentiellen Partners vordringen durfte, darf sich nun an der Konigsdisziplin der nonverbalen Kommunikation versuchen.
Berührungen werden nur bei Sympathie und Vertrauen zugelassen und gegeben. Durch nichts kommt man einem Menschen näher.
Aber Achtung: erst bei der Berührung merken manche, dass sie den anderen doch nicht ertragen können. Ein später Korb tut manchmal noch mehr weh :-(

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